Normalität now!

Viele Ausgangspunkte für kreatives Arbeiten gründen auf Freiräumen. Zeit haben, sich Fotobücher oder Internetgalerien anzuschauen; Zeit haben, in eine andere Gegend, ein anderes Land zu fahren, um interessante Menschen zu treffen und gemeinsame Ideen umzusetzen.
Nun scheint man sich weltweit einig zu sein, dass menschliche Mobilität und Zusammenkommen eine schlechte Idee sei. Wer mehr über die politischen Hintergründe wissen möchte, beschäftige sich mit „The Great Reset“ von Klaus Schwab. So viel sei schon mal verraten, es wird mit der Einschränkung unserer Freiheit in Zukunft ähnlich weitergehen. Laut Schwab kann und wird die alte Normalität nicht zurückkommen. Wer mich kennt, weiß, dass ich hier heftig protestiere. Die Freiheit ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens und wird sich immer ihren Weg suchen.

Mein Blog war zu keiner Zeit politisch oder religiös und ich möchte das so beibehalten, auch wenn ich als Person sehr pointierte politische und religiöse Ansichten habe und lebe. Daher beschränke ich mich nach diesem Post auch im neuen Jahr auf meine subjektiven Gedanken zum Thema People-Fotografie. Das Thema allein scheint komplex genug zu sein, denn eine der häufigsten Rückmeldungen zu meinen Texten ist, dass sie zu lang seien 😉

Aber zurück zu meinem Ausblick auf das Jahr 2021, also Jahr 1 nach Corona sozusagen. Reise- und Kontaktbeschränkungen scheinen also auf unbestimmte Zeit gesetzt zu sein. Somit bin ich erst mal weiter damit beschäftigt, Menschen aus meiner Umgebung über ihre Erlebnisse in der Coronazeit zu befragen und hier zu veröffentlichen. Gern würde ich auch wieder nach Tschechien fahren und ein fotografisches Projekt mit einer befreundeten Künstlerin umsetzen, aber es wird sich noch zeigen, wie weit die Auswirkungen des IFSG reichen. Konkret frage ich mich, ob ein Grenzübertritt zukünftig ohne Impfnachweis innerhalb des Schengenbereichs noch möglich sein wird. Ich halte aber die Impfung für eine risikobehaftete Maßnahme, die ich die nächsten Jahre möglichst vermeiden möchte, somit würde ich eher von Reisen im Schengenraum absehen.

Ohne es schönreden zu wollen, wäre im Lande zu bleiben eine Chance, sich stärker mit dem Thema „Heimat“ und dem eigenen Lebensumfeld auseinanderzusetzen. Überhaupt ist eine Krise immer als Chance zu begreifen, sich tiefer mit dem eigenen Dasein und seinen Zielen auseinanderzusetzen. Auch wenn ich die Art und Weise schlecht finde, wie die Kehrtwende zu einem weniger umweltbelastenden Dasein erzwungen wird, so kann ich es grundsätzlich nur gutheißen, wenn wir unseren Konsum und unseren ökologischen Fußabdruck überdenken und verkleinern. Leider wird der wirtschaftliche Schrumpfkurs sehr schmerzhaft für Viele werden. Ich denke da an die Kollegen, die Hochzeiten oder andere Veranstaltungen fotografieren, die jetzt nur noch bedingt stattfinden können.

Das Thema für 2021 auf meinem Suchbild ist „Freiheit.Freude.Humor.Ein Bäumlein pflanzen(etwas Neues beginnen/erkennen, den eigenen Horizont erweitern)“. Ich hatte mich bis zum vergangenen Frühjahr nie eingeschränkt oder unfrei gefühlt. Am Ostersonntag im April 2020 war es vorbei mit diesem Urvertrauen, in einem Land zu leben, das mir Planungssicherheit und freie Entfaltung bietet. Aber in den darauf folgenden Monaten habe ich mich darauf verlegt, mir meine persönliche Freiheit als Hobbykünstlerin und Christin wieder zu erobern.

Philipper 4,4: Freut euch immerzu,weil ihr zum Herrn gehört! Ich sage es noch einmal: Freut euch!

 

Zum Titelbild: Danke an Ophelia Belladonna, alias Julia Jobst, bei unserem Shoot im vergangenen September, in dem wir eine Alltagsmaske als Augenbinde zweckentfremdeten. Freigeister finden Masken nun mal suboptimal.