Junkyard-Jesus

yardVor einigen Jahren – genauer gesagt im Juni 2013 – fuhr ich mit dem Fahrrad den Sendelbach in Bayreuth entlang und entdeckte einen malerisch unaufgeräumten Hinterhof mit ausgemusterten Grabsteinen. Der gehörte wahrscheinlich einer Firma, die zur Erlanger Straße hin Friedhofsartikel aus Stein anbot. Mitten in alten Paletten, Unkraut und neben einem Baucontainer befand sich eine Jesus-Statue, die wohl mal im nahegelegenen Stadtfriedhof gestanden und mittlerweile ausgedient hatte. Es sah so aus, als würde sie den Müll segnen.

Die Szene gefiel mir so gut, dass ich einige Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln machte, gerade so, dass ich nicht über den Zaun steigen musste, der das Grundstück eingrenzte.

Übrigens ist an der Stelle derzeit eine Baustelle, der „Schrottplatz“ ist also verschwunden. Wie gut, dass ich alles bereits fotografiert habe. Damals nahm ich mir fest vor, aus dem Bild etwas zu machen.

Bloß was, fragte ich mich vor ein paar Wochen dann etwas konkreter, als mir einfiel, dass es da noch diesen „Junkyard-Jesus“ auf meiner Festplatte gab. Also einen Titel hatte ich schon mal. Wie gut, dass es die englische Sprache gibt, die oft prägnanter ausdrückt, was man auf Deutsch kaum mit „Schrottplatz-Jesus“ übersetzen würde, sondern eher mit „Ausgediente Jesus-Statue im Grabstein-Friedhof“ oder ähnliches.

junkyard-jesusNatürlich schwebte mir eine bunte, dekorative Bearbeitung vor, möglichst dramatisch und leuchtend zugleich. Also die sonnige Atmosphäre musste weichen, die Blumen durften als einziges in Gelb erstrahlen nebst einer Art Heiligenschein um den Segnenden.

Im Bild habe ich noch ein paar J und ein Kreuz versteckt.